Ischias

Ischias

Der sitzende Beruf vor dem Schreibtisch mag zwar angenehm sein, hilft aber keineswegs unserem Rücken. Nicht nur, dass wir vorzugsweise „falsch“ vor dem PC sitzen, nehmen wir auch Positionen ein, die wir als gemütlich wahrnehmen. Doch die Gemütlichkeit findet ein schnelles Ende, wenn ein plötzlicher Schmerz eintritt, der sich über das Gesäß bis zum Bein zieht. Der Ischias lässt grüßen.

 

Warum macht sich der Ischias bemerkbar?

Der Nervus ischiadicus – der Ischiasnerv – liegt auf Hüfthöhe und ist so dick wie der kleine Finger. Das Nervenkabel reicht bis zur Fußsohle; die Fasern steuern nicht nur die menschlichen Muskeln, sondern auch deren Empfinden. Ist der Nervus ischiadicus gereizt, macht er sich mit ziehenden Schmerzen bemerkbar, die im Gesäß, Oberschenkel, der Wade und im Fuß zu spüren sind. Plötzlich fühlen sich die Muskeln schwach und das Bein pelzig an. In vielen Fällen sind derartige Beschwerden harmloser Natur. Auch wenn die Ischias Symptome für mehrere Tage bestehen bleiben können, verschwinden sie im Regelfall wieder. Die Schmerzen können entweder plötzlich – etwa beim Binden der Schnürsenkel – oder schleichend sein. Treten starke Schmerzen auf, verspannen sich einerseits die Muskeln, andererseits werden dadurch die Wirbelgelenke blockiert. Wer unter Ischiasschmerzen leidet, kann daher auch ruhig zu Schmerzmittel greifen – jene sorgen für eine Erleichterung der Ischias Schmerzen.


Bewegung oder Schonung?
Damit der Betroffene wieder schnell auf die Beine kommt, sollte er sich keinesfalls Bettruhe verordnen und sich seinen Ischias Symptomen hingeben. Wer Probleme mit dem Ischiasnerv hat, sollte sich unbedingt bewegen. Bewegung schadet definitiv nicht; beim Weg in die Arbeit das Auto in der Garage lassen und zu Fuß gehen? Ein guter Therapieansatz. Noch besser? Physiotherapie und Wärme. Wer sich seinen Ischiasnerv eingeklemmt hat, sollte daher unbedingt auf Bewegung setzen. Vor allem auch, weil der Mensch ein sogenanntes Bewegungstier ist. Wer stundenlang auf seinem Schreibtischsessel sitzt, bringt die Mechanik seines Rückens aus dem Gleichgewicht, sodass es zu Muskelverhärtungen und Verspannungen kommt, die in weiterer Folge die Sehnenansätze reizen und Ischiasschmerzen verursachen.

Sind es vielleicht doch die Bandscheiben?

Wer sich seinen Ischiasnerv eingeklemmt hat, braucht keine Angst zu haben – es handelt sich im Regelfall um nichtspezifische Beschwerden. Jedoch sollten Betroffene, die auch über ständige Schmerzen im Bein klagen, den Arzt aufsuchen, um mitunter eine klare Krankheitsursache ausschließen zu können. Mitunter kann auch ein Bandscheibenvorfall für die Rückenschmerzen verantwortlich sein. Ratsam ist es, die Beschwerden vom Orthopäden abklären zu lassen. Dabei kann der Facharzt feststellen, ob es sich um eine direkte Reizung der Nervenleitung handelt oder nicht. Schmerzen im Bein, ein Taubheitsgefühl oder auch verstärkte Beschwerden, können auf eine Ursache in der Nervenwurzel zurückgeführt werden. Reflexuntersuchungen und Dehnungstests helfen bei der Diagnose, sodass der Mediziner feststellen kann, ob tatsächlich nur der Ischiasnerv beleidigt ist oder nicht. Mittels MRT-Aufnahmen kann der Mediziner überprüfen, ob bereits ein Faserring gerissen ist; tritt Gewebe aus dem Gallertkern der Bandscheibe aus, spricht man vom Bandscheibenvorfall. Operationen sind aber nur selten erforderlich. In vielen Fällen genügend Schmerzmittel und physikalische Therapien, um seine Rückenmuskulatur zu stärken, sodass die Beschwerden in den Griff bekommen werden.